Kulinarischer Reiseführer
 

Kulinarischer Streifzug durchs Sauerland

SauerlandRomantische Fachwerkdörfer, saftige Wiesen und tiefe Wälder, verteilt auf die reizvollen Höhen und Täler einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft - das ist das Sauerland. Es liegt im Südosten von Nordrhein-Westfalen und reicht bis in einen nordwestlichen Zipfel von Hessen um Willingen.
Zu allen Jahreszeiten besuchen Urlauber das dünn besiedelte Land, das als Paradies für Wanderer und Nordic Walker bekannt ist und auf seinen höheren Erhebungen auch gute Wintersportmöglichkeiten bietet. Um all das soll es hier jedoch nicht gehen, sonder darum, was wohl das Sauerland für Gaumenfreuden zu bieten hat.

Traditionell gilt die Sauerländer Küche als eher deftig, fleischlastig und rustikal. Als regionale Spezialität wird gerne zu allererst "Potthucke" ("Topfhocker" ) genannt, ein gebackener Kartoffelteig, der mit unterschiedlichen fleischlichen Zutaten versehen wird.
Lediglich Bockwurst, Rinderwurst und die ebenfalls aus Rindfleisch bestehende Pfefferwurst nennt das Volkslexikon Wikipedia dann noch als weitere, sauerländische Speisen und sogar heimische Köche sollen sich damit schwer tun, spezifisch "Sauerländisches" zu benennen.

Sauerland UrlaubVielfalt mit hohen Standards

Der vermeintliche Mangel verdankt sich paradoxerweise einem Überfluss: die regionale Küche des Sauerlands ist nämlich äußerst vielseitig.
Die hervorragenden klimatischen Bedingungen der Mittelgebirgslandschaft sorgten immer schon für eine reiche kulinarische Produktpalette. Was zum Beispiel den Käse angeht, so entspricht das sauerländische Klima den großen Käseregionen Emmental und Holland. Zahlreiche Bauernkäsereien verarbeiten die Milch von Kühen und Ziegen zu köstlichem Rohmilchkäse, die in den Hofläden entlang der bekannten Wanderwege ihre Käufer finden.
Käse dieser Qualität haben eine mindestens sechswöchige Reifezeit hinter sich und werden ohne Konservierungsstoffe und Chemie hergestellt. Die natürlichen Aromen bleiben durch die Rohmilch wunderbar erhalten und die Produzenten verstehen es, daraus vielfältige, wohlschmeckende Käsesorten zu kreieren: Bauernkäse natur, mit Pfeffer, Bärlauch oder auch Bockshornklee seien als Beispiele für viele genannt.

Doch nicht alle Kühe, die man auf den satten Weiden des Sauerlands sieht, sind Milchkühe. Auch Fleischrinder werden nach strengen ökologischen Kriterien gehalten. 3.500 davon gehören zur "Bergweide Sauerland", einem Zusammenschluss von rund 60 Landwirten, die ökologische Gründlandwirtschaft betreiben. Es handelt sich überwiegend um wertvolle Charolais-, Limousin- oder Deutsch-Angus-Rinder, deren Fleisch den "fleischlastigen" Gerichten der regionalen Restauration eine Qualität garantiert, die auch von kundigen Gourmets geschätzt wird.
Dass die Rinder im Sommer draußen sind und den Winter in eingestreuten Laufboxen im Stall verbringen, schmeckt man, wenn das Steak dann auf den Teller kommt!

Neben Milch, Fleisch und Käse haben sauerländische Köche auch Zugriff auf vielerlei Fische aus den zahlreichen Seen, Flüssen und Bächen. Die großen Wälder sorgen für genug Wild, um im Herbst und Winter die Gäste der örtlichen Restaurants mit traditionellen und neu interpretierten Wildgerichten zu entzücken. Hausgemachte Wurst- und Schinkenspezialitäten stillen den kleinen Hunger zwischendurch und unterschiedlichste Kartoffelvariationen wie auch beliebte Pilzsorten vervollständigen das kulinarische Angebot.

Zu guter Letzt sei noch der berühmte Pumpernickel erwähnt: ein dunkles, schwarz glänzendes Brot, das 24 Stunden aus einer Mischung von Schrot und Korn sowie einer leicht klebrigen Süßigkeit gebacken wird. Im Sauerland belegt man den Pumpernickel nicht nur mit Schinken oder Käse, sondern auch mal mit gebratenen Kartoffelpuffern!

Gastronomie im Sauerland

Wer ins Sauerland reist, findet in den Gasthöfen und Restaurants einerseits die traditionelle sauerländisch-westfälische Küche mit ihren deftigen, aber schmackhaften Gerichten, die am besten munden, wenn sie "nach Großmutters Rezepten" zubereitet worden sind.
Andrerseits kochen kreative Köche in modernen Gourmet-Tempeln Köstliches für verwöhnte Gaumen und erschaffen neue Interpretationen der regionalen Spezialitäten. Das Restaurant Menge an der Schlacht in Arnsberg ist die Top-Adresse, wenn es um Köstlichkeiten aus der Feinschmecker-Küche geht. Mit 15 von 20 möglichen Punkten hat der Gault Millau die Küchenleistung des Chefkochs honoriert. Wem also der Sinn nach "Seeteufel auf Schmorgurken mit Senfsaatsoße" oder "Rücken und Nüsschen vom Herdringer Rehbock mit Pfifferlingen, Rhabarber und Kohlrabinudeln" steht, kann bei Menge selber testen, ob die Punkte zu Recht vergeben wurden.

 

 

 

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