Kulinarischer Reiseführer
 

Die Algarve - südlichster Zipfel Europas mit maurischer Vorliebe für Süßspeisen

AlgarveWenn von der Vorliebe der Algarvios für Süßspeisen gesprochen wird, dann sind wirklich süße Sachen gemeint, schrecklich süße um es genau zu sagen. Die besondere Liebe gilt den von den Mauren mitgebrachten Mandeln und Feigen. Zusammen mit vielen, frischen, Eiern, viel Zucker und nicht so viel Butter und Sahne werden wahre Köstlichkeiten hergestellt. Versuchen sollte man unbedingt "Dom Rodrigos" aus Eigelb und Mandeln und "morgadinhos", ein gefülltes und mit Zuckerguss glaciertes Gebäck aus einer marzipanähnlichen Masse.

Entscheidet man sich für einen Urlaub an der Algarve, dann hat man sofort endlos lange Sandstrände vor Augen und ungetrübten Sonnenschein. So soll es sein und so ist es auch, Regen ist hier im Sommer absolute Mangelware. Die meisten Touristen belassen es dann auch dabei und erholen sich im Hotel und am Strand.
Man kann aber auch die Serra, die Gebirgslandschaft der Algarve erforschen, dort gibt es fruchtbaren Boden mit Weinanbau und Orangenhainen.
Die Menschen sind in der Regel sehr freundlich und auch hilfsbereit, erwarten aber, dass man ihnen ebenso freundlich entgegenkommt.
Sie haben sich an den Tourismus gewöhnt, der ihr beschauliches Leben als Fischer und Bauer verändert hat. Sehr viele leben inzwischen vom Massentourismus und haben sich damit arrangiert, vor allem die jüngere Generation. Die Älteren versuchen die Traditionen zu erhalten und hier einmal mehr auch die Sitten und Gebräuche um Feste und die traditionelle algarvische Küche.

Wie überall in den Urlaubsgebieten findet man die gute, unverfälschte bodenständige regionale Küche nicht in den neuen, luxuriösen Hotelkomplexen direkt am Strand. Auf der Suche nach typischen Gerichten der Algarve wird man aber immer in einem der vielen kleinen Restaurants abseits des großen Rummels fündig. Es lohnt sich, das Hotel zu verlassen !

Wer richtig guten Fischeintopf "Caldeirada" oder ein Gericht in der Cataplana gekocht (der traditionellen Kochpfanne der Algarve) genießen möchte, der kann es z.B. im Restaurant Pedras Amarelas in Albufaira versuchen.
Die Cataplana hat mit dem zunehmenden Tourismus eine Renaissance erlebt, denn sie ist inzwischen ein beliebtes Souvenir und wirklich überall erhältlich, in mehr oder minder guter Qualität allerdings. Beim Kauf sollte man besser einen einheimischen Reiseführer zu Rate ziehen.

An der Algarve ist überall fangfrischer Fisch zu günstigen Preisen erhältlich und natürlich auch der allgegenwärtige Bacalhau - "Stockfisch" (getrockneter Kabeljau). Bacalhau - Gerichte gibt es unzählige.
Ganz frische gegrillte Sardinen bekommt man in Lagos in den Kühlhallen am Bahnhof, allerdings geht es dort etwas sehr "rustikal" zu, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, im Gegenteil.

AlgarveWer lieber "franco piri-piri" kosten möchte, der sollte sich Richtung Monchique und weiter Richtung Alferce begeben. Man kommt an den Restaurants Paraiso da Serra und Oliveira vorbei. Vorbei sollte man allerdings nicht fahren sondern unbedingt einkehren.
Die Preise sind, wie fast überall in den Restaurants der Algarve, sehr moderat.

Und wenn man schon mal in der Gegend von Monchique ist, dann muss man den Schinken der Region unbedingt probieren, am besten mit Melone "melao com presunto".

Es lohnt sich wirklich auch abseits der größeren Straßen die Algarve - Region zu erkunden und dabei dort halt zu machen, wo auch die Algarvios speisen.
Wenn es keine Speisekarte gibt oder man sie nicht lesen kann: fragen Sie einfach nach "caldo verde", einer köstlichen Kohlsuppe mit Kartoffeln oder "sopa de coentras", einer Koriandersuppe. Ist es Hochsommer und sehr heiß, dann erfrischt garantiert "gaspacho", eine kalte Suppe aus Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und diversen anderen Zutaten.

Beliebt bei den einheimischen sind Gerichte mit Innereien, aber auch Schweinefleisch oder gegrilltes Zicklein "cabrito assada".

Frisches einheimisches Gemüse und Obst bekommt man auf den Wochenmärkten das ganze Jahr über und am besten kauft man es direkt vom Bauern. Wochenmärkte finden in vielen Orten statt - wo und wann, das weiß der Reiseleiter oder das Hotelpersonal.

Für Weinliebhaber ist die Algarve besonders interessant, denn die hier gekelterten Weine werden nur zu einem ganz verschwindend geringen Teil außerhalb der Algarve und des Alentejo verkauft. Die Qualität ist nicht überragend, aber man kann ihn gut trinken - ausprobieren ist hier die Devise. Fahren sie nach Lagoa, Portimao oder Tavira, dort finden sie die Winzereien.

Sie sehen, ein Urlaub an der Algarve kann mehr sein als nur Sonne und Strand - ach ja: "die Algarve" ist eigentlich falsch. Richtig heißt es: der Algarve nach dem maurischen " Al-Gharb" was soviel wie "der Westen" bedeutet. Aber das wird sich in unserem Sprachgebrauch wohl nicht mehr ändern lassen und "die Algarve" klingt auch schöner. ;-)

 

 

 

Nordrhein-Westfalen:
ein kulinarischer Überblick

Küche der Toskana -
einfach und frisch

Die Nordsee -
viel mehr als nur Meer

Cevapcici & Co - mediterrane Vielfalt in Kroatien

Katalonien - kulturell und kulinarisch reich

Essen in Gesellschaft - auf Griechischen Inseln

Polen, zwischen Mittelalter
und Milchbar

Kulinarische Köstlichkeiten
von Kent bis Cornwall

Kulinarischer Streifzug
durchs Sauerland

Tirol - Tiroler Küche
Traditionelles von der Alm

Prag - die köstliche
goldene Stadt

Irland - kulinarisch groß
im Kommen

Mallorca - leicht und
bodenständig deftig

Algarve - Maurische Vorliebe
für süsse Vorspeisen

Island - experimentierfreudig
zwischen Feuer und Eis

Im Norden von Norwegen
- auf zum Nordkap

Insel mit Sonne, Wein
und guter Küche - Sizilien

 

 


 

Impressum